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Wir Menschen
sind soziale Wesen- wir brauchen einander, um zu überleben. Das ist eine fundamentale Tatsache. Wir stehen in
permanenter Beziehung zu unseren Mitmenschen. Ohne könnten
wir uns nicht entwickeln, ohne wüssten wir gar nicht, wer
wir sind. Wir befinden uns in permanenter Korrespondenz, im
Austausch mit anderen. Sich zugehörig zu fühlen gehört zu
einem wesentlichen Grundbedürfnis des Menschen.
In unsere erste
„Gruppe“ werden wir hineingeboren (Familie), auch später werden wir
Gruppen zugewiesen (Kindergarten, Schule…), die wir uns
nicht aussuchen können. Diese erworbenen Erfahrungen, ob
stärkende oder verletzende, sind prägend für das Bilden
meines Selbst und spätere Begegnungen mit anderen Menschen.
Wie ich mich in mir und in Beziehung mit anderen erlebe,
gründet auf dieser Zeit. Im Laufe unseres Lebens werden wir
selbstständiger und können wählen, welcher Gruppe wir uns
zuwenden und welcher nicht (Beruf, Freizeit, Wohnort etc.)-
dennoch haben wir ein bestimmtes Rollenverhalten und
Gefühlszustände (ob schüchtern, neugierig, offen etc.)
entwickelt.
Dieses Sein wird
sich in einer Frauengruppe ebenfalls deutlich zeigen- warum
also Gruppe?
Nach dem ersten
Kennen lernen und vorsichtigen Sich- Öffnen beginnt
Vertrauen zueinander zu wachsen und ein ganz eigener Raum entsteht
ein sozialer Mikrokosmos. Wenn sukzessive die
Fassade bröckelt, beginnen wir wahrzunehmen, was wirklich
ist- bei den anderen und bei mir selbst. In dieser
Atmosphäre entsteht die Identifikation mit den anderen und
ein Gruppenzusammenhalt. Wir werden zugänglicher für
emotionale Erfahrungen und können Vertrauen lernen, so dass
unsere Angst vor so genannten Schwächen in den Hintergrund
treten kann. Auch, wenn eine andere beherzter ist und sich früher öffnet, kann ich davon partizipieren durch mein Anteil-
Nehmen- der sog. Effekt des Trittbrettfahrers.
In einer Zeit,
in der sich soziale Netze zunehmend auflösen, kann eine
feste Gruppe Verbindlichkeit, Zuverlässigkeit und Bindung
vermitteln. Sowohl innerhalb als auch außerhalb entstehen
nachhaltig Kontakte, weil durch das gemeinsame Gehen durch
Prozesse, der kongruente Wunsch nach persönlichem Wachstum
und das Teilen vieler persönlicher Details- ebenso das sich
gegenseitige Unterstützen, das Erleben von Nähe und
Vertrauen, Wertschätzung und Respekt machen eine
Gruppentherapie so wertvoll!
Das Besondere an
dieser Gruppe ist, dass nicht nur das Gespräch geführt wird.
Der ganze Körper
wird einbezogen, um möglichst intensive, spürbare und
nachhaltige Erfahrungen zu machen. Tanz,
gestalttherapeutische Angebote, Maskenarbeit, Materialien
wie Ton, Farben, Naturelemente etc. werden eingesetzt, um lebendige, kreative Seiten zu reaktivieren sowie
verschüttete Lebensenergien und Ressourcen aufzudecken.
Gestalttherapie
ist nicht nur eine Therapieform, sie ist eine Haltung,
welche von verschiedenen Grundgesetzen ausgeht. Z.B., dass
Menschen eine Entwicklung, einen Prozess und etwas Offenes
zu einer ganzen Gestalt schließen wollen. Unabgeschlossenes
verhindert, in Frieden zu sein- das können Konflikte, alte
Verletzungen, nicht abgeschlossene Beziehungen und noch viel
mehr sein. Oft versuchen wir Unangenehmes zu vermeiden- und
geraten in ungesundes Verhalten- wie z.B. falsches
Essverhalten, zuviel arbeiten, Rückzug trotz des
Bedürfnisses nach Begegnungen und vieles mehr.
Gestalttherapie ist eine erlebnis- und erfahrungsorientierte
Psychotherapieform- ebenso, wie die integrative
Tanztherapie, welche als Erlebnismedium Tanz und Musik
einsetzt. Schwerpunkt beider Richtungen ist die
Differenzierung der Wahrnehmung und des Ausdrucks sowie die
Erweiterung des Gefühls- und Bewegungsrepertoires als
Voraussetzung für Flexibilität und Variabilität des
Verhaltens im Kontakt mit sich und seinem Mitmenschen.
Als weiteres Ziel umfassen diese beiden Richtungen die
Bewusstheit über die Bewegung und den Bewegungsausdruck zu
erarbeiten, den Zusammenhang zu den Empfindungen und
Gefühlen herzustellen und damit die lebensgeschichtliche
Bedeutung und Haltung zu erfassen. Somit stellt das Arbeiten
im Hier und Jetzt auch eine Brücke in die Vergangenheit her,
sofern dies erforderlich ist.
Und trotz der
Arbeit an uns selbst kommt das Lachen und die Leichtigkeit
nicht zu kurz- das gehört zum Lebendig- Sein einfach dazu!
Wir treffen uns 14- tägig während
der Schulzeit. Einstieg ist nach den Schulferien möglich.
Kosten: 21€ pro Abend (1, 5 Std.)
Gruppengröße: max. 7 Frauen
Zusätzlich findet ein Intensiv- Wochenende im Jahr statt.
(Vorgespräch erforderlich.) |